Newsletter Februar 2013


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Mera Peak

Die Themen:

Newsletterredaktion
Kathmandu International Art Festival "KIAF 2012"
Beneath Everest – Nepal Reborn" – Ein Dokumentarfilm von Tulsi Bhandari
Literatur aus Nepal – und über Nepal
Aktivitäten unserer Mitglieder

Newsletterredaktion

Liebe Leser,
in unserem ersten Newsletter 2013 berichten wir über Film, Literatur und Kunst aus Nepal. Lesen Sie die Buchkritik zu zwei Büchern von Manushree Thapa, schauen Sie sich Fotos vom Kathmandu Art Festival an und lesen Sie das Interview mit dem Dokumentarfilmer Tulsi Bhandari. Viel Spaß dabei.

Birat Niraula NEDEG intern
Nach erfolgreichem Abschluss seines Medizinstudiums in Deutschland
kehrt unser Vorstandsmitglied Birat Niraula nach Nepal zurück.
Hier wird er für einige Monate als Freiwilliger in einem Krankenhaus
in Ost-Nepal arbeiten.
Wir gratulieren und wünschen alles Gute!

Veranstaltungs- und andere Hinweise:

Nepal Reiseführer Der Trescher-Reiseführer Nepal
Autor des 456 Seiten umfassenden Buchs ist Ray Hartung, der seit vielen Jahren Reisen in das Bergland am Himalaya durchführt und das Land kennt wie nur wenige Andere. Daher werden im Buch nicht nur die beliebten und bekannten Trekkingrouten zu Füßen der Achttausender beschrieben. Es gibt auch viele wertvolle Tipps für Regionen, die ähnlich schön und touristisch weniger erschlossen sind. Die umfangreichen reisepraktischen Informationen werden durch 42 Übersichtskarten und Stadtpläne ergänzt. Im Einführungsteil des Buchs erhält der Leser auf mehr als 100 Seiten einen detaillierten Einblick in Natur und Kultur sowie in die heutige nepalesische Gesellschaft. Als erfahrener Bergführer gibt der Autor in einem nützlichen Kapitel zu Trekking, Trekkinggebieten und zum Bergsteigen im Allgemeinen unverzichtbare Informationen. So bietet das Buch eine umfassende Gesamtsicht des Landes und ist allen zu empfehlen, die sich für den Himalaya interessieren, oder die unterwegs und zur Reiseplanung einen verlässlichen Reiseführer brauchen.

Der Nedeg-Newsletter berichtet regelmäßig über kulturelle Themen und über unsere Projektpartner in Nepal und weist auf Termine hin.
Wer den Newsletter noch nicht direkt zugesendet bekommt, kann sich hier anmelden.
Wichtige Hinweise auf Termine, Veranstaltungen oder neue Publikationen senden Sie bitte an nedeg_redaktion@yahoo.com.

Newsletter-Redaktion: Torsten Frank, Dr. Johanna Wernicke-Rothmayer, Andrea-Regina Lang, Don Baerg, Susan Evers, Daniela Lang

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Kathmandu International Art Festival "KIAF 2012"

Das internationale Festival zeitgenössischer Kunst lief vom 25. November bis 21. Dezember in Kathmandu. Für einige Kunstkritiker hat das Festival vielleicht für immer die Art und Weise verändert, wie zeitgenössische Kunst in Nepal gesehen wird.
Drei Jahre nach dem ersten Festival kamen diesmal 92 Künstler aus 31 Ländern. Organisiert wurde das Festival von der Siddartha Art Foundation. Deren Leiterin Sangeetha Thapa vermerkt stolz, dass noch nie so viele Künstler, Journalisten und Kunstkritiker für ein Festival zusammengekommen sind. Ein ganzes Team hat dafür rund um die Uhr gearbeitet. Umwelt, Ökologie und Klimawandel wurde in den einzelnen Arbeiten thematisiert.

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Das Festival war nicht kommerziell ausgerichtet, keine der Arbeiten stand zum Verkauf. Viele nepalesische Künstler nutzten die Gelegenheit, um sich mit internationalen Künstlern auszutauschen. Impressionen von dem Festival zeigen die Vielfalt.
Hier sind mehr Bilder:

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"Beneath Everest – Nepal Reborn"
Ein Dokumentarfilm von Tulsi Bhandari

Seit 1996 sind in Nepal Nachwirkungen des maoistischen Aufstandes sichtbar. Der Dokumentarfilm von Tulsi Bhandari zu den tiefgreifenden politischen und sozialen Veränderungen des Landes entstand zwischen 2005 und 2009 und endet mit dem Friedensvertrag. Der Film erhielt internationale Anerkennung und liefert eine tiefe Analyse des Konflikts, indem er die Beteiligten selbst zu Wort kommen lässt.
Wir trafen uns mit dem Filmemacher in Berlin zu einem Interview.

Wie entstand die Idee zu diesem Dokumentarfilm?
Ich komme aus einem Gebiet in Nepal, dem Parbat-Distrikt, der besonders von dem Konflikt betroffen war. Seit 2003 habe ich Sozialarbeit in den Vereinigten Staaten studiert. Die Informationen und Nachrichten aus Nepal, die ich in dieser Zeit erhielt, waren für mich erschreckend.
Während meines Studiums hatte ich die Möglichkeit, nach El Salvador zu gehen und dort den Verlauf des Bürgerkriegs zu beobachten. Die Geschichten der Menschen waren schockierend. Es war schlimm zu sehen, wie dieser Krieg die Menschen und die Gesellschaft auf lange Zeit verändert. Dies hatte einen sehr starken Einfluss auf mich, aktiv zu werden und etwas für Nepal zu tun.
Warum kämpfen Menschen gegeneinander? Was bringt sie dazu, sich gegenseitig umzubringen? Ich selbst bin mit denen aufgewachsen, die als Rebell oder als Soldat gegeneinander kämpften.

Wie sind die Filmaufnahmen entstanden?
2005 bin ich zusammen mit einem guten Freund aus den Vereinigten Staaten, David Ruck, der Film studierte, nach Nepal aufgebrochen. Der Bürgerkrieg befand sich auf seinem Höhepunkt. Lehrer, Angestellte und Beamte, aber auch Menschenrechtsaktivisten und Journalisten flohen in Scharen aus den Gebieten nach Kathmandu.
Wir wanderten in mehr als fünfzehn vom Bürgerkrieg betroffenen Gebieten, um Maoisten zu treffen. Oft wurden wir dabei von den Sicherheitskräften observiert. An vielen Orten durften wir nicht hinein, Genehmigungen wurden erst nach Tagen ausgestellt oder das Filmen wurde strikt verboten.
Wir konnten nur knapp einer Entführung durch die Rebellen zu einem „Verhör“ entkommen. Bei den Sicherheitskräften war es ein Vorteil, einen amerikanischen Kameramann zu haben. Wir sahen aus, wie Touristen mit ihrem "Guide".
Wir kämpften mit großen Schwierigkeiten, und nur durch große Beharrlichkeit gelang es uns, Interviews mit den Rebellen zu führen. Anschließend mit diesem Filmmaterial wieder durch die Kontrollposten der Armee zu gehen, war ebenfalls sehr riskant, weil solche Informationen aus den Gebieten von Interesse waren. Während der Dreharbeiten selbst habe ich nie an Gefahren gedacht.
Wir versuchten, Ansichten aus unterschiedlichsten Perspektiven von Betroffenen zu bekommen. Wir interviewten Opfer von Gewalt, Dorfvorsteher, Politiker und Menschenrechtsaktivisten. Am Ende hatten wir nach drei Monaten fünfzig Stunden Filmmaterial als Basis für den Film zusammen. Zurück in den Vereinigten Staaten begannen wir mit der Produktion. Aber die Situation in Nepal änderte sich permanent, und es gab dramatische Geschehnisse, so dass ich mich veranlasst sah, diese in den Film einzubeziehen. So kehrte ich 2006, 2007 und 2008 zurück nach Nepal.



Normalerweise beginnt ein Dokumentarfilm mit einem Skript und einer Geschichte?
Wie gesagt, ich habe keine Vergangenheit als Filmemacher. Und ich sehe es bei einem solchen sensiblen Thema als Vorteil an, ohne festes Skript zu arbeiten. So konnte sich der Film dynamisch mit den Ereignissen verändern, es gab keinen festen Fahrplan und keine vorgefasste Geschichte.
Ich war ein Student der Sozialarbeit und engagierte mich für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte. Eine Kamera hatte ich vorher nie in der Hand. Ich versuchte, das Medium des Dokumentarfilms als ein Mittel einzusetzen, um soziale Realitäten und Ereignisse darzustellen.
In den Medien werden sehr oft die Ereignisse aus der Sicht der Eliten in Kathmandu dargestellt. Die Betroffenen sind nur selten zu hören.
Wir versuchten, denen eine Stimme zu geben, die am meisten zu leiden hatten und die nur selten gehört werden. Niemand konnte wissen, was als nächstes passiert, und so konnte auch ich die Handlung des Films nicht vorher kennen.
Mir war aber völlig klar, auf was ich mich konzentrieren wollte, aber ohne die Geschichte in Gänze zu kennen. Wir haben uns einfach von den Ereignissen mitreissen lassen, die sich bis zum Schluss ständig veränderten.
Am Ende konnten wir den Abschluss des Friedensvertrags und die Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung, die die Maoisten gewonnen hatten, zeigen. So hat sich der Film selbst inszeniert.

Wo konnte der Film gezeigt werden?
Nach Fertigstellung des Filmes habe ich ihn zuerst in den Vereinigten Staaten und Europa gezeigt und diskutiert. Im Anschluss der Vorführung wurde über den Inhalt des Filmes diskutiert. In der Mehrzahl waren dies Hochschul-, Menschenrechts- oder Friedensgruppen.
Der Film kam dort sehr gut an, auch an der Harvard-Universität oder der Schweizer Friedensgesellschaft. Auch organisierten wir viele öffentliche Vorführungen und zeigten den Film auf international renommierten Filmfestivals.
Der Film erhielt eine Nominierung bei dem Dokumentarfilmfest in Kassel, dem zweitgrößten Festival in Deutschland, und wurde auf dem Milano Film Festival, dem Keswick Film Festival und dem Menschenrechts-Film-Festival gezeigt. So gab es neben der nepalesischen Fassung bald eine deutsche, eine englische und sogar eine japanische Fassung, die in den Hochschulen zur Information über Nepal verwendet wurde.
Während dieser internationalen Beachtung, mit all dem Applaus, begann ich mich unwohl zu fühlen: „Was tue ich hier eigentlich? Erst fange ich all die schrecklichen Geschichten von armen Menschen ein und dann zeige ich das den Menschen im Westen, die selbst damit gar nichts zu tun haben und erhalte dafür Applaus?"
Und was passiert bei diesen Menschen? Nichts hat sich verändert! Das ist einfach nicht fair. Es begann mich zu stören.
Ein Freund von der Schweizer Friedensgesellschaft verstand meine Situation sehr gut, "Tulsi, gehe zurück nach Nepal mit deinen Film, dort ist er viel wichtiger."



Wie war die Reaktion in Nepal auf den Film?
Die Verhaltensweisen waren sehr unterschiedlich, denn gerade in der Politik ist die Gesellschaft stark gespalten. Je nach Publikum hatten wir unterschiedliche Reaktionen. Weil der Film empfindliche Punkte wie Gewalt und Menschenrechtsverletzungen anspricht, ist er für viele sehr unbequem.
In Kathmandu gab es die übliche inhaltliche Kritik: "Dies oder das wurde vergessen." Der Film ist nicht immer nachvollziehbar für die, die gar nicht direkt vom Krieg betroffen waren und die es gewohnt sind, in Kathmandu an Seminaren und Konferenzen teilzunehmen.
Die Menschenrechtsgruppen und -aktivisten waren der Meinung, dass der Film ein gutes Medium sein kann, mit der Vergangenheit umzugehen und den Friedensprozess zu unterstützen; daher sollte er vor größerem Publikum gezeigt werden. Wir hatten bereits viele Vorführungen in Kathmandu, bei nationalen Kommissionen, Schulen und Colleges.
Um den Film zu den Betroffenen zu bringen, begannen wir mit dem Filmprojektor durch Nepal zu ziehen und auf Straßen, Plätzen, Schulen und Klubs den Film vorzuführen. Wir waren in mindestens zwanzig Distrikten.
Nachdem die Filmvorführung begann, wurden wir oft von lokalen Parteiarbeitern angesprochen: Was der Film denn soll? Von welcher Organisation wir sind? – und so weiter. Viele der Maoisten sagten, dass die Darstellung der Menschenrechtsverletzungen durch sie nicht fair sei, weil sie ja als Rebellen im Krieg gegen den Staat waren.
Aber der Film ist sehr viel differenzierter. Nach fünfzehn bis zwanzig Minuten kann man das Gefühl haben, dass der Macher des Films einseitig die Meinung der Maoisten vertritt, weil wir versuchen, diese darzustellen. Man muss den ganzen Film sehen, weil wir erst später die kritischen Fragen zur Gewalt auf Seiten der Maoisten stellen.
Die Zuschauer waren sehr interessiert, besonders in den betroffenen Dörfern war der Zuspruch enorm und die Reaktionen unglaublich gut. Es war für sie eine Möglichkeit, die Vergangenheit Revue passieren zu lassen und zu reden. Während einer Filmeinstellung sagt eine Rebellin: "Wir haben den Krieg für eine gute Sache gekämpft, aber ich wusste nicht, dass wir ihn so schrecklich geführt haben." Die Wirkung war unglaublich stark. Die Einstellung ändert sich. Einige der Opfer in dem Film wollten Rache nehmen. Aber inzwischen wollen sie nur, dass die Wahrheit ans Licht kommt.
Es hat eine starke Wirkung, diesen Film den wirklich Betroffenen zu zeigen. Meine beste Vorführung fand auf offener Straße in einem Dorf in der Nähe der indischen Grenze im Nawalparasi-Distrikt statt. Mehr als 800 Dorfbewohner des nahen Ortes kamen zusammen, um den Film zu sehen, obwohl es am Abend kalt war und immer wieder Stromausfälle die Vorführung unterbrachen.
Insgesamt war es sehr ermutigend, vor Dorfbewohnern und Studenten vorzuführen, weil es einen Dialog über die nahe Vergangenheit und die fortwährende Krise auslöste. Und das ist auch sehr notwendig. Wahrscheinlich habe die Nepalesen die Tendenz, Vergangenes zu verdrängen oder es nicht relevant zu finden. Aber es ist sehr notwendig, sich zurückzubesinnen und von der Vergangenheit zu lernen.



Das ist sicherlich notwendig – und wichtig, dies besonders in Deutschland zu sagen.
Zu uns kamen immer wieder Leute: "Warum müsst ihr über die Vergangenheit sprechen? Seht doch einfach nach vorne." Aber wenn wir in Zukunft Gewalt und der Gewöhnung daran entgegentreten wollen, müssen wir die Vergangenheit aufarbeiten. Wir haben die soziale Harmonie verloren. Der Krieg und die Politik hat die Menschen, hat die Gesellschaft und die Gemeinden gespalten. Wir müssen feststellen und verstehen, dass die Jugend stark von Gewalt geprägt wurde. Ich hatte dieses Interview mit einer Rebellin und fragte sie: "Was fühlst du, wenn du einen Feind siehst?"
"Wie würdest du fühlen, wenn du ein Stück Brot siehst und du bist hungrig, unglaublich hungrig? Das ist, wie ich fühle, wenn ich einen Feind sehe."
Die Gewalt hat sich tief eingegraben und kommt in unterschiedlicher Form zu Tage. Ein Friedensabkommen zu unterzeichnen, ein Stück Papier, ist nicht genug. Das muss anders aufgearbeitet werden. Ich denke, das ist die größte Herausforderung im nächsten Jahrzehnt.

Planen sie einen neuen Film?
Im Augenblick habe ich keinen konkreten Plan für einen neuen Dokumentarfilm. Obwohl es viele soziale Themen und Ideen gibt, die mich interessieren würden. Ich möchte aber sicherstellen, dass der Film auch eine Wirkung hat. Es ist nicht mein Hobby, es ist auch kein Kunstwerk oder etwas was, nur viele Zuschauer anlocken soll.
Ich habe mit "Beneath Everest" 2005 begonnen, und ich arbeite immer noch dran. Ich kann immer noch etwas davon lernen und Veränderungen verstehen. Es gibt keinen besseren Weg als die Veränderung am Beispiel von Menschen zu zeigen.

Was war für Sie persönlich das Beste an diesem Film?
Ich habe mehr über mich gelernt als Mensch, aber auch als Autor. Ich fühle mich viel mehr beteiligt an den Veränderungen in Nepal. Der Film gab mir die Chance, meine Gefühle und Sorgen über meine Heimat auszudrücken. Es macht mich zufrieden, dass ich den einfachen Menschen, die am meisten betroffen waren, eine Stimme gab und es ihnen jetzt ermögliche, sich mit der Vergangenheit zu versöhnen.

Beneath Everest - Nepal Reborn
Nepal 2009 / 93:00 Min. / nepali / englische UT
Regie: Tulsi Bhandari
Produktion: Tulsi Bhandari
Kamera: Christina Voigt
Schnitt: Christina Voigt
Musik: Bela Brauckmann

Weitere Informationen:
Beneath Everest auf Facebook
Beneath Everest auf IMDb


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Literatur aus Nepal – und über Nepal

Nachhilfe in Geschichte und eine Elegie auf die Demokratie Nepals
"Forget Kathmandu" erscheint auf Deutsch

Manjushree Thapa

Manjushree Thapa, - der Vorname Manjushree ist die buddhistische Version der Hindu-Göttin Saraswati, der Göttin der Weisheit und des Lernens - geboren 1968 in Nepal, ist Journalistin, Übersetzerin und Schriftstellerin. Sie ist aufgewachsen in Kathmandu, Kanada und in den USA. Nach einem Studium der Photographie an der Rhode Island School of Design begann sie zu schreiben und arbeitete für Umweltschutzorganisationen in Nepal. 1998 kehrte sie in die USA zurück und absolvierte ein Studium in kreativem Schreiben an der University of Washington, Seattle. Aus ihrer Abschlussarbeit entstand der Roman The Tutor of History (Penguin India, 2001).

In diesem ersten viel beachteten und als literarisches Debut hochgelobten Roman erzählt Manjushree Thapa die Geschichte eines jungen Kommunisten, der sich ‚zugereist‘ in Kathmandu mit Nachhilfestunden in Geschichte durchschlägt. Obwohl er sich von seiner Partei enttäuscht abgewendet hat, lässt er sich doch von seinem alten Lehrer überreden, in sein Heimatdorf zurückzukehren und dort bei den bevorstehenden Wahlen für die Partei zu arbeiten – aber nicht für die kommunistische, sondern für die "Volkspartei", die sich mit ihrem Spitzenkandidaten, einem bekannten Filmstar, große Chancen ausrechnet. Und die Kommunisten wiederum rechnen sich aus, dass die von der Volkspartei gewonnenen Stimmen der Kongreß-Partei fehlen werden, was wiederum die Chancen der Kommunisten erhöht. Ganz nebenbei soll der Geschichtslehrer natürlich auch über die Strategien und Pläne der Volkspartei berichten.

Diese parteipolitischen Machenschaften und Intrigen sind geschickt und spannend erzählt und fein verworben mit dem Alltag der geschäftigen Kleinstadt Khaireni Tar sowie mit dem Leben der Menschen. Der Wahlkampf und die bevorstehenden Wahlen greifen in ihr Leben ein, zwingen sie zum Handeln und fordern sie zu Entscheidungen heraus. Am Ende stehen auch sie vor der Wahl, ihr Leben gegebenenfalls selbst in die Hand zu nehmen: "Wartet man so lange, bis einen die Umstände befreien, oder erzwingt man die eigene Freiheit?"

"Geheime Wahlen" – der Titel unter dem die Erzählung auf Deutsch in der Edition Kathmandu erschienen ist – trifft insofern sowohl auf die politischen zu als auch auf die persönliche "Wahl" zu, die sich für einige der Bewohner während des Wahlkampfs ergibt.

Geheime Wahlen




Geheime Wahlen
Roman von Manjushree Thapa
Übersetzt und erläutert von Philipp P. Thapa
Mit sechs Aquarellen vom Kasthamandap Art Studio
Bergisch-Gladbach und Kathmandu: Edition Kathmandu 2007
480 Seiten, Preis: 18 Euro
Bestellung direkt beim Verlag: Edition Kathmandu
ISBN 978-3-939834-00-7

Anfang 2005 veröffentlichte Manjushree Thapa ein weiteres Buch - ein Sachbuch über Nepal und seine ereignisreiche Geschichte seit der Eroberung des Kathmandutals durch die Shah-Dynastie: "An Elegy for Democracy - Forget Kathmandu" (Penguin India 2005). In diesem "Klagelied auf die Demokratie" stellte sie alles zusammen was ihrer Meinung nach schief gelaufen war, seit 1990 die ersten demokratischen Wahlen erkämpft worden waren. Das Buch, so sagt sie, sollte ihr ganz persönlicher Versuch werden, sich "aus dem Morast herauszuarbeiten. Wie viele Nepali war ich dessen überdrüssig geworden, was Edward Said die Perplexität des Lebens genannt hat. Unsere Demokratie war ins Wanken geraten, und viele von uns, die keiner politischen Partei angehörten, fragten sich, was wir zu ihrer Rettung beitragen könnten. Mein Entschluss bestand darin, die Ereignisse festzuhalten – aufzuschreiben, wie es gewesen ist, die Demokratie kommen und uns wieder entgleiten zu sehen."

Das machte sie von einem erfrischend unbefangenen Standpunkt aus, mit einer ganz persönlichen Sichtweise auf Geschichte und Politik und verschonte niemanden dabei – nicht die Politiker und auch nicht die Rebellen und nicht die Armee und schon gar nicht die Bewohner des königlichen Palastes. Sie schrieb in einem angenehm plaudernden Stil, ihre Erklärungen kamen plausibel und leicht daher und waren doch von gründlicher Einsicht. Dass dabei so einiges entmystifiziert wurde, ließ sich nicht vermeiden.

Nur zu gern folgte man ihr dabei zurück in die Geschichte, sei es die der politischen Parteien und ihrer endlosen Querelen oder auch die der Monarchie, wo sie sich angesichts des Massakers im Königspalast fragte, ob ihr das nicht alles irgendwie bekannt vorkäme: "Hatte nicht einer der Shah-Könige seinen eigenen Bruder getötet, wann war das noch mal? Oder war das später bei den Rana-Herrschern, deren Familienmitglieder hatten sich doch ständig gegenseitig kaltgemacht. Hatte nicht irgendeine Königin als Regentin ein Massaker eingefädelt?"

"Forget Kathmandu" erschien gerade zu der Zeit, als König Gyanendra sich im Februar 2005 die absolute Macht zusprach. Das verlieh damals dem Titel eine neue Dimension, eine bestimmt nicht beabsichtigte, als könne man jetzt Kathmandu wohl ganz abschreiben. Ich erinnere mich, dass das Buch trotz damals vorherrschender Zensur in Windeseile verkauft und in aller Munde war und die Autorin es vorzog, vorläufig ihre Lesereise in Indien nicht abzubrechen – und dass allgemein bedauert wurde, dass sie diese jüngste politische Entwicklung nicht mehr mit einbeziehen konnte. Wenn das Buch also schon damals von den aktuellen Ereignissen eingeholt worden war – muss man nicht annehmen, dass es vielleicht gänzlich überholt ist, wenn es jetzt, fast acht Jahre später, auf Deutsch herausgebracht wird?

Ganz und gar nicht. Die Machtspiele und politischen Verflechtungen seit der Gründung Nepals sind auch heute noch außerordentlich spannend zu lesen und das Buch bietet für jeden, der sich für Nepal interessiert und für den die Situation in Nepal schwer zu begreifen ist, eine Fülle von Informationen und Einblicke, mit denen sich doch vieles wenn nicht erklären so doch nachvollziehen lässt. (Nicht umsonst kam das Buch 2006 in die Endauswahl für den Weltreportagepreis der Zeitschrift Lettre.) Dass sich die Autorin dabei nicht auf die Hauptstadt Kathmandu beschränkt wird durch den Imperativ im Titel deutlich. Sie trekkt nach dem Waffenstillstand 2003 "Raus aus Kathmandu" nach Far West, nach Jumla, wo sie, begleitet von einem britischen Menschenrechtsexperten, die Menschen befragt und die Revolution hinterfragt.

Die deutsche Übersetzung von Philipp P. Thapa (keine Verwandtschaft mit der Autorin), trifft nicht nur den gewandten und flüssigen Erzählstil der Autorin, sie füllt auch eine Lücke, die seinerzeit in einigen Rezensionen schon erkannt und bemängelt worden war und weist ein Register auf.

Wer "Geheime Wahlen" schon gelesen hat, kann sich auf "Vergesst Kathmandu" freuen – wer beide Bücher von Manjushree Thapa noch nicht kennt, dem möchte ich fast empfehlen, ihr Klagelied auf die Demokratie zuerst zu lesen bzw. das Erscheinen der deutschen Übersetzung abzuwarten - sozusagen als geschichtliche Grundlage für die "Geheimen Wahlen"!

Vergesst Kathmandu – Der Kampf um Nepals Demokratie
Von Manjushree Thapa
Übersetzt und erläutert von Philipp P. Thapa
Bergisch-Gladbach und Kathmandu: Edition Kathmandu 2013
Bestellung direkt beim Verlag: Edition Kathmandu

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Aktivitäten unserer Mitglieder

Seit 2006 bietet Kamal Niraula nepalesische Spezialitäten im Restaurant Om an.

Krisha Sthapit lehrt neben ihrem Studium an der TU Berlin Nepalesisch an der Sprachenschule Sprachenatelier.

Margot Jaffé aus Somborn betreibt am Fuße des Himalaya in Pokhara ein Hotel.

Rajendra Sthapit ist beeidigter Übersetzer für Nepalesisch und Referent für Landeskunde, Sprache und Übersetzung.

Carola Neitzel spielt auf verschiedenen Theaterbühnen in Berlin und gibt Schauspielunterricht.

Alle weiteren Informationen zu den Aktivitäten unserer Mitglieder finden Sie hier.

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Kontakt:

Nepali-Deutsche Gesellschaft
Eosanderstraße 13
10587 Berlin

Berliner Sparkasse
Kontonummer: 730 030 547
Bankleitzahl: 100 500 00

Vereinsvorstand:

Vorsitzender : Torsten Frank
Stellvertreter: Birat Niraula
Geschäftsführer: Rajendra Sthapit
Schatzmeisterin: Andrea-Regina Lang

Newsletter February 2013


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Mera Peak

Content:


Message from the Editors
Kathmandu International Art Festival "KIAF 2012"
"Beneath Everest – Nepal Reborn"
Literature from Nepal and about Nepal
Activities of our members

Message from the Editors

In our first Newsletter of 2013 our focus is on film, literature and art from Nepal. You can read a review of two books by Manushree Thapa, see photos from the Kathmandu Art Festival and read an interview with documentary filmmaker Tulsi Bhandari.
Also in this newsletter we will report about people, organizations and recent literature. Enjoy reading.

Birat Niraula NEDEG inside
After successfully completing his medical studies in Germany,
Birat Niraula, member of our executive board,
is returning to Nepal, where he will work as a volunteer
in a hospital in East Nepal for a few months.
Congratulations and all our best!


The Nedeg newsletter will regularly report on cultural events and our project partners in Nepal, including dates and venues. If you are not receiving the newsletter directly, you may register here now. Relevant information regarding dates, events or new publications may be forwarded to: nedeg_redaktion@yahoo.com.

Editorial staff: Torsten Frank, Dr. Johanna Wernicke-Rothmayer, Andrea-Regina Lang, Don Baerg, Susan Evers, Daniela Lang


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Kathmandu International Art Festival "KIAF 2012"

The Kathmandu International Art Festival ran from November 25th to December 21st in Kathamandu. The festival may have changed the way contemporary art in Nepal is viewed.
Three years after the first festival, 92 artists from 31 countries presented their work. The festival was organized by the Siddartha Art Foundation. The foundation’s director Sangeetha Thapa proudly remarked that never had so many artists, jounalists, and art critics come together for a festival in Nepal. A whole team worked around the clock to make it a success. The environment, ecology and climate change were the subjects of some of the works.

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The festival was not commercial-none of the works were for sale. Many Nepalese artists took advantage of the opportunity to exchange ideas with artists from other countries.
Here are more pictures:

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Beneath Everest

"Beneath Everest - Nepal Reborn"

A documentary film by Tulsi Bhandari. In 1996 Nepal found itself in the grip of a Maoist insurgency. This film covers the period between 2005 and 2009 and ends with the peace treaty to that struggle. The film, which has received international recognition, offers a thorough analysis of the conflict and gives the participants an opportunity to speak.
We met the filmmaker in Berlin and asked him about his film.

How did you come up with the idea for this documentary?
I am coming from an area in Nepal, Parbat District, which was one of the most affected areas from the conflict. The situation and news from Nepal was very disturbing as I was studying social work in the US, which I began in 2003. Constantly I was thinking about Nepal, my family and the situation. During my studies, I also had an opportunity to go to El Salvador to study the civil war. The stories of war from the people were really horrifying. It was threatening to see how much a war could destroy people and society in the long term. It had a powerful influence on me to act and do something. Why are people really fighting against each other? What drives them so determinedly to kill or get killed? I grew up with these people who are participating now as a guerilla or as a soldier.

How you were able to film?
It was 2005 when my good friend from the US, David Ruck, who was a film student, and I went to Nepal together. It was the climax of the civil unrest. Teachers, community and government workers, and even the human rights activists and journalists were fleeing from the war affected areas to the district headquarter or Kathmandu. We went to more than fifteen remote war torn districts, mainly looking for the Maoists while often being spied on by the state security forces. In many places we were restricted to enter, made to wait for several days or strictly denied permission to film. There were also times when we narrowly escaped from getting abducted (for what they used to say, taken for investigation) by the insurgents. With the state security forces it was sometimes an advantage having an American friend as a cinematographer. We looked like a tourist with his guide. With tremendous struggles and continued attempts we managed to access and interview rebels. Then passing through the Army checkpoints with these interview tapes when they were desperately searching for any information about the insurgents was even more risky. It was a very different context then, the state of fear that seemed to have been forgotten or not acknowledged now.
We tried to get grassroots and diverse perspectives of war and interviewed victims, community leaders, politicians, human rights activists, etc. We managed to capture over 50 hours of footage from this first round of filming in three months. We returned to the US and I was preparing for the postproduction of the film. But the situation in Nepal was constantly and drastically changing and I felt it is important to include these historic transitions. So I had to come back to Nepal for further filming in 2006, 2007 and 2008.



Did you start working from a treatment or script?
As I admitted, I am not coming from a documentary film background. And sometimes I feel maybe it was an advantage in some way for the project of this nature: to document such a highly sensitive and unpredictable journey without a 'fixed' mindset. I was a social work student with engagement and strong interest in issues related to social justice and human rights. I had never touched the camera before. I tried to use media and documentary in particular, as a tool to explore the social realities and for a social cause. The media were very much covering the stories mostly from the intellectuals of Kathmandu. But they were not covering the voices and stories of the ordinary people, who were most affected by the war. We tried to reach those neglected or inaccessible subjects and issues and tried to give them a voice. Nobody knew what was going to happen next, so I myself didn't know the whole story. I was very clear about the issues I wanted to focus on but was not confined with a pre-determined mindset or approach. We were just going with the flow as the situation continued to evolve. The situation was constantly changing till the end. We covered it until the peace agreement and the Constituent Assembly election and when the Maoists came to power. That is how the story evolved itself.

Where has the documentary been screened?
After completing the film, first, I did a lot of screenings and led discussions in the US and in Europe. The majority of screenings were followed by critical discussions on the issues communicated in the film. I was presenting mainly at the higher educational institutions and peace related organizations. It was well received by academia at a number of institutions including Harvard University and the Swiss Peace Society. We also organized many public screenings and releases at internationally renowned film festivals. The film had received a nomination for the Gold Key Award at Dokufest Kassel, the second biggest documentary film festival in Germany; and it was screened at a number of well-known film festivals like Milano Film Festival, Keswick Film Festival, and the Human Rights Film Festival. It was encouraging that along with the Nepali, English, and German versions, we also translated it into Japanese and used it in the schools and colleges in Japan to study Nepal's situation.
During these international screenings, when the film was being applauded, slowly I started thinking, "What am I doing?" I captured the plight and stories of torture and killings of these poor people. Then I was showing these to the people of western countries, who can really not do much about it, and am receiving their applause. And what had happened to the people? Nothing has changed. It was not fair. It started to challenge me ethically.
A friend from Swiss Peace very much understood my situation and he said to me, "Tulsi, you should go back to Nepal and take the film with you. It is much needed there."



What was the reaction of the people in Nepal?
The people are very different, especially with the Nepali community sharply divided politically. We had a mix of reactions depending on the audience. Also since the film talks strongly about the extremely sensitive issues of violence and accountability for human rights abuses from the war, it is obvious that it made many uncomfortable.
In Kathmandu, common criticism was about its technical aspects. “You missed this or that.” It is not always as meaningful for those who were not directly affected by war and for those who are habitually attending conflict and peace related workshops or conferences.
The human rights groups assessed the film and reaffirmed that the film can be an effective tool for dealing with the past and with transitional justice, and it should be shown to the larger public. We had a number of screenings in Kathmandu including at the National Human Rights Commission, Nepal Bar Association, Center of Constitutional Dialogue, schools and colleges.
To make the film accessible to the general public at the local level, we did backpacking with the projector, holdings screenings on roads, schools, and clubs. We went to at least 20 districts and organized open mobile public screenings.
After starting the film we often were approached by local people who are involved in politics asking, “Why? From which organization?” And so on.
Often Maoists commented by saying raising the issues of the human rights violations committed from their part was not fair, as they were the rebels then and were at war against the state regime.
The movie is quite different. I have the reaction from the people after the first 15 – 20 minutes--people are thinking the filmmaker is taking more the side of the Maoists, because we were trying to get the intentions from them. But you have to see the whole movie because later we are coming to the point where we are confronting the leaders about the violence.
The general public was very interested, especially in the affected villages, and the participation and response was overwhelming. It is an opportunity for them to reflect back on what happened in the past and talk. During one screening one of the rebels said, "We fought the war for a good cause, but we did not realize that we fought it so bad." It was amazingly powerful. The context is changing. Some of the victims in the film who wanted to take revenge now say all they want is to know the truth.
It was really powerful to screen the film among its subjects. My best screening was the open street show at the village near the Indian border in Nawalparasi district, which we filmed in 2005. More than 800 villagers from neighboring villages gathered and watched the whole film outside in the cold evening despite regular power cut interruptions.
It was really encouraging with the villagers and students as it really did provoke dialogue about the recent history and on-going crisis. And I think it is very important. Maybe Nepalis have a tendency to easily forget things in the past or think it is not significant at all. But it is extremely important that we reflect back and learn from the past.



That is also true for us Germans.
We also have people coming to us—"Why are you talking about the past? Just move ahead."
But if we want to discourage violence and its continuation, we must reflect back. We have somehow lost the social harmony; the war and politics has sharply divided people and communities. We have to be very serious and must understand that youth are injected with the violent mentality. I have the interview with the rebel in the movie asking her, “How do you feel when you see your enemy?”
"How would you feel if you see a piece of bread and you are really hungry, starving to the extreme? That is how I feel when I see my enemy."
The violence is deeply rooted and is spreading by taking different forms in different contexts. Signing a peace agreement, on a piece of paper, is not enough. It has to be transformed. I think this is going to be biggest challenge at least for the coming decade.

Are you planning to make a new film?
At present, I don't have any concrete plan for making another documentary. Even though there are social issues and ideas I’m interested in, I have to make sure it is made for a cause and has an impact somehow. It is not for my hobby, not just for a piece of art or attracting the audience. As you can see, I started working on Beneath Everest in 2005, and I am still working with it. I am still learning and understanding the change. There is no better way then seeing the transition by the example of people. There are, of course, possibilities for coming up with a new documentary in the future.

What was for you personally the best thing in doing the documentary?
I learned more about myself both as an individual and as a professional. I felt even more engaged and involved with these issues and the realities of Nepal. The film somehow also became a way to give ventilation to my worries and concerns about my own country. It gives me a kind of satisfaction that I tried to give a voice to ordinary and the most affected people and I am now offering an opportunity to reflect back and learn from the past.

Beneath Everest - Nepal Reborn
Nepal 2009 / 93:00 Min. / nepali / englische UT
Directed by Tulsi Bhandari
Production: Tulsi Bhandari
Camera: Christina Voigt
Cut: Christina Voigt
Music: Bela Brauckmann

For further information:
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Literature from Nepal and about Nepal

The Tutor of History and Forget Kathmandu: an Elegy for Democracy
"Forget Kathmandu" is published in German

Manjushree Thapa

Manjushree Thapa, named after the Buddhist equivalent of the Hindu goddess of wisdom and learning Saraswati, is a journalist, translator and writer. Born in 1968 in Nepal, she grew up in Kathmandu, Canada and the United States. After studying photography at the Rhode Island School of Design, she began to write and worked for an environmental protection agency in Nepal. In 1998 she returned to the US and completed a program in creative writing at the University of Washington in Seattle, out of which came her novel, the Tutor of History (Penguin India, 2001).

In her highly regarded debut novel, Thapa tells the story of a young communist who comes to Kathmandu and ekes out a living tutoring history. Although he has turned away from his party in disappointment, he allows his former teacher to talk him into returning to his village in order to work for the upcoming elections, not for the communists but for the "people’s party" with its well-known film star candidate, who is considered likely to win. The communists believe that this candidate will weaken the Congress party candidate, giving the communists a good chance of winning. The history tutor is expected to report on the strategies and plans of the people’s party.

The political machinations and intrigue, skillfully and suspensefully presented, are woven into the daily life of the community in the bustling provincial town Khaireni Tar. The campaign and election intrude on the lives of the people, challenging them to make decisions and forcing them to act. In the end they also face the prospect of taking their lives in their own hands where necessary: "Do you wait for situations to free you, though, or do you force your own freedom?"

"Geheime Wahlen" (Secret Choices), the title of the Kathmandu edition in German, is about the political as well as the personal choices that face some of the town’s inhabitants during the campaign.

Geheime Wahlen




Geheime Wahlen
Novel by Manjushree Thapa
Translation and comments by Philipp P. Thapa
With 6 water colors from the Kasthamandap Art Studio
Bergisch-Gladbach and Kathmandu: Edition Kathmandu 2007
480 pages, Price 18 Euros
Order direct from the publisher: Edition Kathmandu
ISBN 978-3-939834-00-7

In early 2005 Manjushree Thapa published a non-fiction book about Nepal and its rich history since the conquest of Kathmandu during the Shah Dynasty: "An Elegy for Democracy – Forget Kathmandu" (Penguin India, 2005). In this lament for democracy she writes about all that has gone wrong, in her opinion, since the first democratic elections in Nepal in 1990. "This book is my personal effort to work out of this muddle. Like many Nepalis I have grown tired of what Edward Said has called the perplexity of living. As our democracy floundered, many of us began to wonder what we should be doing to help save it. My own decision was to record what happened, to write what it has been like to watch democracy come, and slip away."

Thapa presents this from a refreshing and unbiased angle through her personal perception of history and politics, sparing no one, neither the politicians nor the rebels nor the army and especially not the residents of the royal palace. She writes in a pleasant and chatty style with much insight, and her seemingly effortless account throws light on many areas.

One accompanies her gladly back in history, be it the political parties and their endless quarrelling or the monarchy, where she asks in regard to the massacre in the royal palace, if that isn’t familiar: "Didn’t some Shah king kill his own brother, way back when? Or maybe it was the later Rana rulers who were always knocking off their family members. Hadn’t some regent queen engineered a massacre?"

"Forget Kathmandu" appeared precisely at the time King Gyanendra declared absolute monarchy in February 2005, lending the book a new, unintended dimension, as if one could write off Kathmandu entirely. I remember that the book, despite the prevailing censorship, was a much discussed hit, and it was generally regretted that the author didn’t break off her book tour in India and come back to experience the unfolding political developments. Just as the publication of the book itself was overtaken by the events of the time, it would seem that its appearance in German after almost 8 years is too late to be relevant.

But that is not the case. The power plays and political complexities since the founding of Nepal are very exciting to read about today, and the book offers everyone interested in Nepal and for whom the situation there is difficult to understand a wealth of information and insight. Not without merit did the book win the world-reporting prize of the journal Lettre. That the author doesn’t restrict herself to the capital Kathmandu is clear from the imperative in the title. She trekked after the ceasefire in 2003 out of Kathmandu far to the west to Jumla, where, accompanied by a British human rights expert, she interviewed the people and examined the revolution.

The German translation by Phillipp P. Thapa (no relation to the author) not only preserves the deft and flowing style of the author, it fills a gap that has recently been noticed by reviewers, revealing all the nuances of the translator’s craft.

Those who have read "Geheime Wahlen" can look forward to "Vergesst Kathmandu". For those who haven’t yet read Thapa’s books I would recommend waiting for the publication in German of an Elegy for Democracy as it provides an historical basis for "Geheime Wahlen".

Vergesst Kathmandu - Der Kampf um Nepals Demokratie
By Manjushree Thapa
Translation and comments by Phillipp P. Thapa
Bergisch-Gladbach and Kathmandu: Edition Kathmandu 2013
Order direct from the publisher: Edition Kathmandu
By Dr. Johanna Wernicke-Rothmayer.

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Activities of our Members

Since 2006, Kamal Niraula is offering Nepalese specialties at the restaurant Om.

Anlongside her studies at the TU Berlin, Krisha Sthapit teaches Nepalese at the language school Sprachenatelier.

Margot Jaffé from Somborn runs a hotel at the foot of the Himalayas in Pokhara.

Rajendra Sthapit is a certified translator for Nepalese and a consultant for geographical studies, language and translation.

Carola Neitzel performs on several different theatre stages in Berlin and teaches acting classes.

Any further information regarding our members' activities you'll find here.

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