Newsletter Dezember 2011
English Version
Die Themen:
NewsletterredaktionWomen's Foundation in Kathmandu
Buchtipp "Little Princes"
Sri Aurobindo Yoga Mandir – Kinderashram
Newsletterredaktion
Unsere Dezember-Ausgabe widmet sich den Lebensbedingungen von Kindern in Nepal. Jedes Jahr kommen viele Freiwillige aus der ganzen Welt, um in Kinderheimen in Kathmandu zu arbeiten. Meist ist dies eine prägende und erlebnisreiche Zeit, die Mischung aus Armut und lächelnden Gesichtern zieht viele Besucher in ihren Bann. Einzelne beschließen spontan, sich für die Menschen einzusetzen. Daraus entwickeln sich Projekte wie Kinderheime, Fraueninitiativen und andere Hilfsaktionen.
Die große Anzahl von Kinderheimen im Kathmandu-Tal überrascht. Viele Kinder sind keine Waisen, sondern von ihren Eltern in der Hoffnung nach einer besseren Ausbildung dort hingegeben worden. Andere werden aus der Not gerettet und finden dort einen Platz zu leben.
Wir berichten über die Women's Foundation, die Mädchen und Frauen neue Perspektiven eröffnet und stellen ein Kinderashram in Thankot vor. Und schließlich besprechen wir ein Buch, das Einblicke in die dunklen Hinter- und Abgründe von Kinderverschleppungen unter dem Deckmantel vermeintlicher Hilfeleistung gibt.
Veranstaltungs- und andere Hinweise:
Nepali-Anfängerkurs
Für alle eine gute Nachricht, die uns wegen Nepali Sprachkursen angesprochen haben: ab dem 27.01.2012 startet bei dem SPRACHENATELIER ein Anfängerkurs für 12 Wochen, immer am Freitag von 18.00 bis 19.30 Uhr. Falls es genug Anmeldungen gibt, wird der Kurs zustande kommen.
Bitte direkt bei der Sprachschule anmelden.
Fotoausstellung in Kathmandu
Am 11.12.2011 hat die Fotoausstellung Windows to the Himalayas in der Siddartha Art Gallery in Kathmandu ihre Pforten geöffnet. Es werden Fotos über das Leben in der Heiligen Himalayischen Landschaft ausgestellt.
Siddartha Art Gallery, Baber Mahal Revisited, Kathmandu
Öffnungszeiten: 11.00 bis 17.00 Uhr.
CD-Tipp
Für alle, die Yoga, Entspannung und Meditation für sich praktizieren wollen, gibt es eine Yoga-Praxisanleitung von Janka Matkey-Pandit. Zu beziehen unter www.om-yoga.de/links.php.
Der Nedeg-Newsletter berichtet regelmäßig über kulturelle Themen und über unsere Projektpartner in Nepal und weist auf Termine hin.
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Wichtige Hinweise auf Termine, Veranstaltungen oder neue Publikationen
senden Sie bitte an nedeg_redaktion@yahoo.com.
Newsletter Redaktion: Torsten Frank, Andrea-Regina Lang, Don Baerg, Daniela Lang
Bilder: Barbara Kosiol, Torsten Frank
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Women's Foundation in Kathmandu
Wer den Bus vom Zentrum Kathmandus über Bodnath fährt, erreicht nach über einer Stunde Fahrt Thali. Am Rande des Ortes steht ein schlichtes, zweistöckiges Backsteingebäude. Hier ist vor zwei Jahren mit Hilfe der „Stiftung Umverteilung" das neue Kinderheim und Frauenhaus entstanden. Das alte gemietete Gebäude in Bodnath war viel zu eng geworden für die große Anzahl von Frauen und Mädchen, die hier Zuflucht vor Gewalt, Hoffnungslosigkeit oder sexueller Ausbeutung suchten. Die Women's Foundation, die 1988 von einer Gruppe nepalesischer Studentinnen gegründet wurde, hat ein breit gefächertes Programm zur Verbesserung der Lebenssituation von Frauen: Notunterkunft, Rechtsberatung und Beistand vor Gericht, praktische Berufsausbildung, Kindergärten, Produktionsstätte und Kinderheim. Die kleinen und großen Erfolge der Women's Foundation werden breit anerkannt. In den letzten zwei Jahren haben mehr als 3000 Frauen und Kinder die Hilfe der Women Foundation in Anspruch genommen. Hier erhalten sie eine Ausbildung und die Chance, durch ein Kleinkredit-Programm ein eigenes Geschäft zu starten. Im Osten von Nepal gibt es hierfür ein eigenes Anlaufbüro.
Für viele ist die Women's Foundation auch das Zuhause geworden. Dhankumari lebt seit 16 Jahren in den Häusern. Mittlerweile ist sie 21 Jahre alt und hat gerade ihren Abschluss in Commerce gemacht. "Schön, heller und freundlicher ist das neue Gebäude, auch außen gibt es nun genug Platz zum Toben und Spielen", sagt sie.
Wie viele anderen wird sie von einem Sponsor unterstützt. Nedeg überweist seit vielen Jahren treuhänderisch jedes Jahr eine fünfstellige Summe an Spendengeldern.
Renu Sharma, Gründerin und Dreh- und Angelpunkt aller Aktivitäten, plagt die aktuelle Sorge, wie der tägliche Bedarf von über siebzig Kindern und Frauen gedeckt werden kann. Die kleine Landwirtschaft, in der die Frauen Gemüse für den täglichen Bedarf anpflanzen, wurde Anfang September in einer Nacht mutwillig zerstört. Sämtliche Vorräte, Werkzeuge und Maschinen wurden gestohlen. Fenster wurden eingeschlagen, Türen und Wände zerstört. Eine Katastrophe für die Women's Foundation, wird doch der tägliche Bedarf an Obst und Gemüse ausschließlich durch die Bio-Farm gedeckt. Leider gibt es immer wieder solche Vorfälle. "Häufig gehen diese von Männern aus, die sich durch unsere Aktivitäten gestört fühlen", erklärt Renu.
Jennifer arbeitet zurzeit als Freiwillige mit und berichtet, dass "es im Augenblick sehr schwierig ist, all die Programme der Women's Foundation aufrechtzuerhalten. An der Farm ist ein Schaden von über 20.000 Euro entstanden. Wir brauchen dringend mehr Aufträge für unsere Produktionsstätte, um den Verlust auszugleichen."
Mehr Informationen gibt es unter www.womenfoundation.org
Wer mehr über die Möglichkeit, ein Sponsor zu werden, erfahren will, kann sich mit Nedeg in Verbindung setzen: namaste_nedeg@yahoo.com.
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Buchtipp "Little Princes"
"Little Princes" ist ein Buch, das davon erzählt, wie persönliche Betroffenheit und Verantwortungsgefühl zu konkretem Handeln führen kann. Getrieben von dem Wunsch, verschwundene Kinder wiederzufinden und dem Ziel, Eltern und Kinder zu vereinen, gründete der Autor Conor Grennan die Stiftung Nepal New Generation, kehrte zurück und machte sich, unterstützt von dem Nepal's Child Welfare Board, auf die Suche.
Conor Grennan's Geschichte beginnt 2006, als er als Freiwilliger zwei Monate in dem Kinderheim "Little Princes" in Godawari arbeitet. Er, der keinerlei Erfahrung im Umgang mit Kindern hat, lernt von den nepalesischen Kindern, die ihn umringen und begeistert mit ihm herumtoben. Nach zwei Monaten Arbeiten in dem Kinderheim ist er nicht mehr in der Lage, beim Abschied den Kinder zu sagen, dass er weiterreisen wird und nie mehr zurückkommt, denn in ihm ist der Wunsch gereift, so bald wie möglich nach Nepal zu diesen Kindern zurückzukehren.
Er hält sein den Kindern gegebenes Versprechen und kommt nach einem Jahr wieder. Erst allmählich beginnt er zu verstehen, welche traumatischen Erfahrungen die mit ihm so fröhlich herumtollenden Kinder haben.
Er erfährt, wie viele der Kinder bedingt durch den maoistischen Aufstand von ihren Eltern getrennt wurden. Viele der Kinder kommen aus Humla. Dies ist eine im äußersten Grenzgebiet zu Tibet gelegene Region von Nepal. Lange Zeit war diese Region Rückzugsgebiet der maoistischen Bewegung. Viele Eltern haben ihre Kinder – auch aus anderen Regionen – in die vermeintliche Sicherheit nach Kathmandu gesendet und dafür viel Geld an dubiose Helfer bezahlt. Dort angekommen wurden viele Kinder als Arbeitssklaven missbraucht oder lebten unter erbärmlichen Bedingungen in illegalen Kinderheimen. Der Kontakt zwischen den Eltern und den Kindern wurde bewusst unterbrochen.
Grennan schildert in seinem Buch den nicht ungefährlichen Weg seiner Recherchen über die Kinderverschleppungen bis zur Begegnung mit den ermittelten Eltern verschwundener Kinder in Humla. Stellenweise lesen sich diese Abschnitte spannend wie ein Thriller, der aber neben wertvollen sachlichen Informationen auch eine romantische Liebesgeschichte enthält.
Nedeg-Mitglied Ninja Schneider kann Grennans Schilderungen zu den Kinderverschleppungen in Nepal bestätigen. Sie hat 2006 in Nepal bei der im Buch genannten ISIS Foundation gearbeitet. Sie erlebte, wie völlig verstörte Kinder von der nepalesischen Polizei aus illegalen Kinderheimen befreit wurden. Die ISIS Foundation hat dann die Aufgabe übernommen, die Kinder auf jene Heime zu verteilen, die sich tatsächlich und nicht nur scheinbar um das Wohl der Kinder kümmern. Ninja Schneider kann die Energie, die der Autor in dieser Situation aufgebracht hat, nur bewundern. Sie selbst kann dies aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen: "Die Kinder geben dir so viel Dankbarkeit, Liebe und Spaß zurück."
Dieses Buch eignet sich für alle, die selbst als Freiwillige in Nepal gearbeitet haben oder sich in diesem Bereich engagieren wollen. Bisher ist das Buch nur in Englisch erhältlich.
Conor Grennan: "Little princes – One Man's Promise to Bring Home the Lost Children of Nepal". Harper Collins Publishers, HB ISBN 978-0-00-735416-0, erschienen 2011, 304 Seiten, ca. 15 Dollar.
District Child Welfare Committee sits under Ministry of Women, Children & Social Welfare
Nepals New Generation: www.nextgeneration.org
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Sri Aurobindo Yoga Mandir – Kinderashram
Es ist auch die Lebensgeschichte von Ram Chandra Das, die diesen Ort zu etwas Besonderem macht: Als Zwölfjähriger verlässt er sein Dorf Purkot, Gulmi, Distrikt Lumbini, und geht alleine nach Indien. Mehrere Monate lebt er auf der Straße, bis ihn Soldaten der indischen Armee als Küchenjunge aufnehmen. 1983 kommt er nach Pondycherry, trifft dort auf Sri Aurobindo und ist fasziniert von seiner spirituellen Philosophie und Praxis. Der Ashram wird für die nächsten zwölf Jahre seine neue Heimat. Als junger Mann, nun geprägt von den Lehren Sri Aurobindos und gut ausgebildet, fließend in Englisch und Französisch, kehrt er 1993 nach Kathmandu zurück. Er möchte die Lehren Sri Aurobindos und die positiven Erfahrungen, die er selbst machen durfte, weitergeben. Als er streunende Kinder im Touristenviertel Thamel sieht, beschließt er, einen Ashram für Kinder aufzubauen.
Wer heute den Ort ca. zwei Kilometer südöstlich vom Thankot Check Post besucht, wird sich kaum vorstellen können, dass alles mit einer kleinen Hütte begonnen hat. Inzwischen stehen hier ein mehrstöckiges Schulgebäude, das Haupthaus mit der Küche, mehrere Wohngebäude, ein Wasserbrunnen, Stallungen und eine Getreidemühle. Hier leben 120 Kinder und 40 Erwachsene zusammen. Seit drei Jahren wird ein weiterer Standort in Kochuwa, Nawalparasi, ausgebaut. An beiden Ort gibt es eine biologische Farm und Kühe. Die Milch versorgt den Ashram, und der Überschuss kann an die Nachbarschaft geliefert werden. Räucherstäbchen werden hergestellt und Thankas gemalt. Eine Vielzahl von wirtschaftlichen Aktivitäten hat den Ashram unabhängig gemacht.
Der Tagesablauf für die Kinder ist klar strukturiert. Am Morgen müssen von den Kindern Arbeiten auf den Gelände verrichtet werden: Wege fegen, Küchenarbeit, Versorgung der Tiere und Anfertigung der Räucherstäbchen. Gegessen wird stets gemeinsam, traditionell auf den Boden sitzend und mit der Hand. Danach beginnt der Schulunterricht. Die Lehrer leben zum großen Teil mit auf dem Gelände. Am Nachmittag folgen Sport, Musik, Tanz, Yoga oder andere Aktivitäten. Nach dem gemeinsamen Abendessen kommen alle wieder zusammen, zum Singen, zum Filme schauen oder um gemeinsam den Worten von Sri Aurobindo zu lauschen.
"Mit ist es wichtig, den Kindern eine klare Orientierung zu geben. Die Kinder sollen nicht auf einer Insel aufwachsen, sondern im Kontext der nepalesischen Kultur", sagte Ram Chandra bei einem Nedeg-Treffen in Berlin. Den jüngeren, in Deutschland studierenden Nepalesen war die Verbindung von spiritueller Praxis und Schule in diesem Kinderashram eher fremd.
Wer die Kinder im gelben Schulbus voller Inbrunst Bhajans singen hört, spürt, was für eine kraftvolle Energie hier herrscht. Der Ashram bietet für ältere Kinder Möglichkeiten zu arbeiten. So ist hier mittlerweile eine große Gemeinschaft entstanden, die im Geiste von Sri Aurobindo geführt wird. Gerade die Vielzahl der täglichen Aktivitäten macht das Leben hier bunt. Die Verbindung von spiritueller Lehre mit gemeinsamen Arbeiten und Lernen machen die Besonderheit des Ortes aus.
Sri Aurobindo (15. August 1872 – 5. Dezember 1950), war ein indischer Nationalist, Freiheitskämpfer, Philosoph, Yogi, Guru und Poet. Er trat der indischen Freiheitsbewegung gegen die britische Herrschaft bei und war einer der bedeutenden Führer, bevor er eine eigene Vision von menschlicher Entwicklung und spiritueller Evolution entwickelte. Der Ashram als solcher entstand nach dem November 1926, als Aurobindo sich zur Entwicklung seines integralen Yoga-Weges weitgehend zurückzog und Mira Alfassa, die er mit der "göttlichen Mutter" identifizierte, die Verantwortung für die Organisation und Betreuung der Gemeinschaft übertrug.
www.auronepal.net
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Kontakt:
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Kontonummer: 730 030 547
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Stellvertreter: Birat Niraula
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